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Gehängt in Auschwitz


Sim Kessel, der junge Franzose, Jude und Berufsboxer, schrieb 1969 seine Autobiographie über die Jahre 1940-45. Er beschrieb, wie er gegen jede Wahrscheinlichkeit in Auschwitz und anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern des NS-Regimes überlebte. 1940 trat er unmittelbar nach seiner Demobilisierung als Soldat der französischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung Frankreichs, der Résistance, bei. Zwei Jahre später wurde er von der Gestapo verhaftet. Trotz Folter gestand er nichts von seiner Untergrundarbeit. Als Jude wurde er nach Drancy bei Paris überführt, dort inhaftiert und in der Folge in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Unter den entsetzlichen Bedingungen der nationalsozialistischen Vernichtungslager, als Nummer 130 665, entlud er in Birkenau Baumaterial und arbeitete in den Minen von Jawarzno. Völlig ausgelaugt und krank rettete ihn ein schlichter bürokratischer Irrtum ein erstes Mal vor der Gaskammer. Im Jahr 1943 versuchte die Lager-Gestapo neuerlich, ihm ein Geständnis seiner Widerstandsaktivitäten abzupressen. Er wurde gefoltert, man riß ihm einen Finger aus. Ein zweites Mal wurde er vor der Gaskammer gerettet, diesmal von einem SS-Mann, der auch Boxer war. Paris war seit drei Monaten befreit, als er zu fliehen versuchte. Die Flucht misslang, er wurde vor 25.000 Deportierten gehängt. Das Seil riß. Das bedeutete Ermordung durch Nackenschuss. Aber der Henker, der ihn erschießen sollte, war ebenfalls ein Boxer und rettete ihn in letzter Minute. Am 18. Januar 1945 wurde Auschwitz evakuiert. Es folgte der Todesmarsch, in Tagesetappen von dreißig bis vierzig Kilometern, dreizehn Tage lang, ins KZ Mauthausen, dann ins Lager Gusen 2. Am Morgen des 7. Mai 1945 waren die Deportierten plötzlich allein im verlassenen Lager, die Deutschen waren vor der US-Armee geflohen.

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Fiche détaillée de “Gehängt in Auschwitz”

Fiche technique

Résumé

Sim Kessel, der junge Franzose, Jude und Berufsboxer, schrieb 1969 seine Autobiographie über die Jahre 1940-45. Er beschrieb, wie er gegen jede Wahrscheinlichkeit in Auschwitz und anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern des NS-Regimes überlebte. 1940 trat er unmittelbar nach seiner Demobilisierung als Soldat der französischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung Frankreichs, der Résistance, bei. Zwei Jahre später wurde er von der Gestapo verhaftet. Trotz Folter gestand er nichts von seiner Untergrundarbeit. Als Jude wurde er nach Drancy bei Paris überführt, dort inhaftiert und in der Folge in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Unter den entsetzlichen Bedingungen der nationalsozialistischen Vernichtungslager, als Nummer 130 665, entlud er in Birkenau Baumaterial und arbeitete in den Minen von Jawarzno. Völlig ausgelaugt und krank rettete ihn ein schlichter bürokratischer Irrtum ein erstes Mal vor der Gaskammer. Im Jahr 1943 versuchte die Lager-Gestapo neuerlich, ihm ein Geständnis seiner Widerstandsaktivitäten abzupressen. Er wurde gefoltert, man riß ihm einen Finger aus. Ein zweites Mal wurde er vor der Gaskammer gerettet, diesmal von einem SS-Mann, der auch Boxer war. Paris war seit drei Monaten befreit, als er zu fliehen versuchte. Die Flucht misslang, er wurde vor 25.000 Deportierten gehängt. Das Seil riß. Das bedeutete Ermordung durch Nackenschuss. Aber der Henker, der ihn erschießen sollte, war ebenfalls ein Boxer und rettete ihn in letzter Minute. Am 18. Januar 1945 wurde Auschwitz evakuiert. Es folgte der Todesmarsch, in Tagesetappen von dreißig bis vierzig Kilometern, dreizehn Tage lang, ins KZ Mauthausen, dann ins Lager Gusen 2. Am Morgen des 7. Mai 1945 waren die Deportierten plötzlich allein im verlassenen Lager, die Deutschen waren vor der US-Armee geflohen.

Biographie de Sim Kessel

Sim Kessel war Franzose, Jude, Berufsboxer und Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung Frankreichs während des 2. Weltkrieges. Mit seinen eigenen Worten beschrieb er die Gründe, weshalb er diese Autobiographie verfasst hat: "Im Dezember 1944 wurde ich in Auschwitz gehängt. Eine außergewöhnliche, vielleicht einmalige Konstellation besonderer Umstände rettete mir das Leben. Ich berichte über meine Erlebnisse in den Konzentrationslagern nicht, um daraus Vorteile zu ziehen, sondern um Zeugnis abzulegen, um die Erinnerung an die Leidensgeschichte der Opfer lebendig zu halten, um dieses Wissen an junge Menschen weiterzugeben, die so häufig noch nie von den Lagern hörten. Warum habe ich mit der Veröffentlichung dieses Buchs 25 Jahre gewartet? Die Jahre verstrichen, ohne dass ich Gelegenheit und Kraft dazu fand, meine Erinnerungen zu sammeln. Ich brauchte lange, um mich wieder an ein normales Leben zu gewöhnen. Drei Jahre täglicher Folter hinterlassen nicht nur körperliche Spuren. Das ist bei allen Überlebenden so. Ich kämpfte gegen die unerträgliche Qual des Erinnerns, jede Seite, die ich schrieb, bezahlte ich mit Nächten voller Albträume." Paris, im Jahr 1969 Sim Kessel

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